Pressemitteilung zur Silicon Valley Reise 2017

In der Pressemitteilung des ISF München vom 24. Mai 2017 finden Sie alle wichtigen Informationen zur Forschungsreise des Teams von PD Dr. Andreas Boes ins Silicon Valley.

 

Pressemitteilung des ISF München vom 24. Mai 2017

Feldstudien in der Bay Area: Erobert das Silicon Valley die industriellen Kerne?

Nach 2008 und 2015 brechen Wissenschaftler vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München am 20. Mai 2017 zum dritten Mal ins Silicon Valley auf. Sie analysieren die Strategien namhafter Vorreiterunternehmen der digitalen Ökonomie und fragen, was die von der Bay Area ausgehenden Entwicklungen in den Bereichen Cloud, Internet of Things oder Künstliche Intelligenz für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Europa bedeuten. Die Feldstudien finden statt im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Digitale Dienstleistung in modernen Wertschöpfungssystemen. Neue Produktivitätspotenziale nachhaltig gestalten“ (digit-DL).

„Unsere bisherigen Feldstudien haben gezeigt, dass die Unternehmen im Silicon Valley Vorreiter des digitalen Umbruchs sind und die Weltwirtschaft mit ihren disruptiven Strategien vor sich her treiben“, erklärt der Leiter des Vorhabens Prof. Dr. Andreas Boes. Der Soziologe geht davon aus, dass die Akteure im Silicon Valley vor allem deswegen so erfolgreich sind, weil sie mit ihrem Verständnis der Digitalisierung weit über die technische Vernetzung von Geräten oder die Automatisierung von Maschinen hinausgehen. Vielmehr setzen sie an der neuen Qualität der Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen sowie des Zugangs zu Informationen an. „Die Player im Valley nutzen die Potenziale des globalen Informationsraums konsequent
und denken Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsstrategien und die Organisation von Arbeit radikal neu“, erläutert Boes.

Die Digitalisierungsentwicklung vollzieht sich im Innovationsbiotop des Silicon Valleys mit einer riesigen Dynamik. Insbesondere der Aufstieg des Internet of Things zeigt, dass das disruptive Potenzial der Digitalisierung nun auch die Kerne der klassischen Industrie erreicht. Im Rahmen ihrer Erhebungen wollen die Wissenschaftler die neuen Geschäfts- und Innovationsmodelle, Wertschöpfungsstrategien und Organisationsformen von Arbeit vertieft analysieren, welche die US-amerikanische Digitalökonomie prägen. Im Zentrum steht die Frage, was die von der Bay Area ausgehenden Entwicklungen für Volkswirtschaften in Europa, die wesentlich auf stabilen industriellen Kernen basieren, bedeuten. Und sie analysieren, welche Schlussfolgerungen vor allem deutsche Unternehmen aus dieser Entwicklung für ihren eigenen Weg in das digitale Zeitalter ableiten können.

Konkret geht das Forschungsteam folgenden Fragen nach:

  • Was sind die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Cloud, Internet of Things und Künstliche Intelligenz? Welche Rolle spielen sie in den Geschäftsstrategien der Vorreiterunternehmen und welche Entwicklungsdynamik geht von ihnen aus?
  • Wie gelingt es etablierten Tech-Konzernen wie Google oder Amazon, disruptive Innovationen in stabilen Organisationsstrukturen voranzutreiben? Welche Organisationsstrukturen und Leitbilder prägen digitale Großkonzerne und was können hiesige Unternehmen von solchen Governance-Modellen lernen?
  • Wie sieht die zukünftige Entwicklung des Innovationsclusters aus? Stoppt Donald Trump den Höhenflug des Silicon Valley?

Das Team verfügt über Forschungskontakte zu nahezu allen relevanten amerikanischen und deutschen Spitzenfirmen, die im Silicon Valley aktiv sind. „Wir setzen nicht auf Showroom-Veranstaltungen, sondern sprechen im Rahmen von Experteninterviews direkt mit Beschäftigten, Entscheidern und Strategen und können somit empirisch gehaltvolle Einblicke in die aktuellen Entwicklungen gewinnen“, betont Boes. Auf dem Programm stehen neben lokalen Think Tanks, etablierten IT- und Tech-Konzernen, innovativen Start-Ups und aufstrebenden Unternehmen auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen deutscher Konzerne in der Bay Area sowie namhafter US-Vorreiterunternehmen der IT-Branche.

Ab dem 24. Mai 2017 werden die Wissenschaftler in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem regelmäßigen Blog über ihre ersten Eindrücke und Erkenntnisse aus dem Silicon Valley berichten. Neben den Blogbeiträgen, die auf FAZ.net (http://blogs.faz.net/siliconwork/) erscheinen, stellen sie begleitende und thematisch vertiefte Berichte über ihren Teamblog (http://idguzda.de/idguzda-blog/) zur Verfügung.

Zum Team

Das Team um Andreas Boes am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München e.V. – ISF München erforscht im Rahmen von interdisziplinären Projekten und in Kooperation mit namhaften Unternehmen die Informatisierung der Gesellschaft und Zukunft der Arbeit.

Zum Projekt

digit-DL ist ein Verbundprojekt unter Leitung des ISF München und in Zusammenarbeit mit der IG Metall. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und im Rahmen der Förderinitiative „Innovation mit Dienstleistungen“ in enger Zusammenarbeit mit dem Projektträger Karlsruhe (PTKA) durchgeführt (Laufzeit: Dezember 2013 bis November 2017). Praxispartner sind andrena objects ag, Continental AG, DB System GmbH, Fiducia & GAD IT AG, Software AG, szenaris GmbH und die Taunus Sparkasse. Neben dem Unternehmens- und Transfernetzwerk widmet sich auch der hochrangig besetzte Expertenkreis „Unternehmen der Zukunft“ zentralen Zukunftsfragen und den Herausforderungen der digitalen Wirtschaft.

Weitere Informationen zum Projekt:

www.digit-dl-projekt.de

Weitere Informationen zum Forschungsteam „Informatisierung der Gesellschaft und Zukunft der Arbeit“:

www.idguzda.de.

Kontakt
PD Dr. Andreas Boes (Projektkoordination), ISF München, Jakob-Klar-
Straße 9, 80796 München, +49(0) 89272921-0,
andreas.boes@isf-muenchen.de

Ansprechpartner für die Presse

Dr. Jutta Witte, Journalistenbüro Surpress GbR, +49 (0)7472 9487769,
jmlwitte@aol.com,
www.surpress.org

Frank Seiss, ISF München, +49 (0)89/27292178,
frank.seiss@isf-muenchen.de,
www.isfmuenchen.de.

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