Die Zukunft der digitalen Arbeitswelt gestalten: digitales Fließband oder neue Humanisierung der Arbeitswelt?

Angesichts der Veränderungen, welche die digitale Transformation mit sich bringt, plädiert Kira Marrs dafür, nicht in Ängste und Fatalismus zu verfallen, sondern handlungsfähig zu bleiben und Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten. In ihrem heutigen Vortrag im Rahmen des vierten ver.di-Bundeskongress in Leipzig warb die ISF-Wissenschaftlerin dafür, dem Umbruch eine positive Leitorientierung zu geben, die sich am sozialen Handlungsraum orientiert, und den Menschen in den Mittelpunkt neuer Strategien und Konzepte zu stellen.
Marrs ist überzeugt, dass unsere Arbeitswelt an einem Scheideweg steht, der entweder in eine digitale Fließbandwelt und ein Kontrollpanoptikum der Daten führt oder in eine neue Humanisierung. Vor diesem Hintergrund hält sie eine vorausschauende Bildungs- und Personalpolitik für neue Tätigkeits- und Personalprofile ebenso für unerlässlich wie den Erhalt der bewährten Regulationssysteme und eine neue Arbeitszeitinitiative. Insgesamt müsse das Ziel sein, die Potenziale der Digitalisierung für mehr gesellschaftliche Wohlfahrt zu nutzen.
Welche Stellschrauben bewegt werden können, um die digitale Arbeitswelt nachhaltig zu gestalten, erläuterte die Expertin anhand verschiedener Fallbeispiele aus der Dienstleistungsbranche. Marrs erklärte auch die Besonderheiten des derzeitigen Digitalisierungssprungs und seiner Folgen für Arbeitszeitkonzepte, Produktionsmodelle und Wertschöpfungsketten. Sie erläuterte zudem die Bedeutung des Informationsraums als Ausgangspunkt für einen neuen Produktivkraftsprung und als sozialen Handlungsraum für die Arbeitswelt von morgen.

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