Ergebnisse der 6. Engineering- und IT-Tagung von IG Metall und Hans-Böckler Stiftung

„Die digitale Arbeitswelt gestalten!“ lautete das Motto der sechsten Engineering- und IT-Tagung von IG Metall und Hans-Böckler-Stiftung. Wie – das diskutierten 400 IT-Expertinnen und Experten aus mehr als 150 Unternehmen.

Demokratisierung statt Amazonisierung


Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Deutschlands größter Gewerkschaft und Mitglied im Expertenkreis von digit-DL, ist überzeugt, dass eine „andere digitale Welt“ möglich ist. In ihrer Grundsatzrede skizzierte sie Leitlinien für „gute digitale Arbeit“ und forderte bessere sozialrechtliche Regelungen, erweiterte Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte und ein angemessenes Arbeitnehmerdatenschutzgesetz. Sie plädiert dafür, einerseits die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, andererseits digitale Arbeitsformen endlich zu regulieren. Ihr Ziel: Demokratisierung statt Amazonisierung.

Link zum Redemanuskript (PDF)

Zeitenwende im Büro


Wie sich die Digitalisierung auch auf hochqualifizierte Wissensarbeit auswirkt, erklärte ISF-Wissenschaftler Tobias Kämpf auf der diesjährigen Engineering- und IT-Tagung von IG Metall und Hans-Böckler-Stiftung. Im Rahmen des Forums „Digitales Büro – aktuelle Entwicklung und Gestaltungsmöglichkeiten“ erläuterte der Soziologe Mechanismen und Fallstricke von Cloud Working als dem wahrscheinlich konsequentesten Arbeitsmodell zur Ausnutzung des neuen globalen Informationsraums, die Übertragung von Lean in die Büros mit dem Ziel der Industrialisierung von Kopfarbeit und wie IT das Konzept „shared Services“ voran treibt. Sein Fazit: Die Wissensarbeit steht vor einer Zeitenwende. Die Gestaltung der Umbrüche im Büro ist nach seiner Ansicht die zentrale Zukunftsfrage für Betriebsräte und Gewerkschaften.

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