„Internet of Things“ – Der disruptive Wandel von Dienstleistung und Industrie

Mit dem Aufstieg des „Internet of Things“ (IoT) entwickeln sich für die Unternehmen grundlegend neue Möglichkeiten. IoT ist dabei mehr als die Neuauflage von Automatisierungskonzepten auf der Grundlage cyberphysischer Systeme. Vielmehr bildet das dichte Netz an digitalen Daten und Informationen eine neue Basis für die Gestaltung von Geschäftsmodellen, Wertschöpfung und Arbeit und bestimmt damit das Verhältnis zwischen Industrie und Dienstleistungen radikal neu.

Die massenhafte Verbreitung von Sensoren und ihre Vernetzung in der Cloud erzeugt ein immer genaueres digitales Abbild der stofflichen Welt und ihrer Prozesse in Echtzeit. Wertschöpfungsketten werden von den industriellen Prozessen über die Dienstleistungen bis hin zum Endverbraucher unternehmens- und branchenübergreifend vernetzt und neu gestaltet. Damit entsteht eine neue Sicht auf die digitale Ökonomie.

Die disruptive Wucht der digitalen Transformation erreicht mit dem „Internet of Things“ reife industrielle Kernbranchen wie etwa den Maschinenbau, die chemische oder die Elektroindustrie. Von der „Smart Factory“ über das „Smart Home“ bis hin zur „Smart City“ entwickeln sich vielfältige neue Geschäftsfelder. Vor allem aber wird der Gedanke der Dienstleistungen revolutioniert: Dienstleistung und Industrie vermischen sich in neuer Qualität.

Herausforderung für Unternehmen: Neue Wertschöpfungssysteme entstehen

Mit dieser Entwicklung geht ein disruptives Veränderungspotenzial für die gesamte Wirtschaft einher: Dienstleistungen ergänzen nicht länger lediglich die Produktion oder sind Teil eines „hybriden Leistungsbündels“. Es deutet sich an, dass, wer die Daten und die damit verbundenen Services beherrscht, künftig auch die Wertschöpfungssysteme bestimmen wird. So eröffnen sich einerseits völlig neue Möglichkeiten und Potenziale für Dienstleistungen und datenbasierte Geschäftsmodelle. Auf der anderen Seite liegen insbesondere für den Standort Deutschland Chancen und Risiken sehr eng beieinander.

Wenn die Wertschöpfungssysteme im „Internet of Things“ neu strukturiert werden, droht die bisherige Vormachtstellung der Industrie unter Druck zu geraten. Schon heute stehen insbesondere die Unternehmen des Silicon Valley mit ihren Kompetenzen auf der Informationsebene und in den Bereichen von künstlicher Intelligenz und Big Data in den Startlöchern. Anders als diese können die etablierten Unternehmen hierzulande jedoch nicht auf der grünen Wiese beginnen, sondern müssen disruptive Innovationen ausgehend von ihren gewachsenen Strukturen vorantreiben.

Betriebliche Gestaltungsstrategien für das „Internet of Things“

Im Zuge dieser Neustrukturierung von Wertschöpfungssystemen stehen die Unternehmen vor umfassenden Herausforderungen. Die Veränderungsdynamik erfasst alle Ebenen einer Organisation von den Geschäfts- und Innovationsmodellen über die Arbeitsorganisation bis hin zu den Qualifikationsprofilen der Beschäftigten. Der Fokus des Projekts liegt auf der Entwicklung betrieblicher Gestaltungsansätze für eine nachhaltige Bewältigung dieses Transformationsprozesses.

Das anwendungsorientierte Forschungsvorhaben setzt auf eine ganzheitliche Perspektive. Gemeinsam mit Vorreiterunternehmen aus Industrie und Dienstleistung und unter Beteiligung der Sozialpartner werden nachhaltige Gestaltungslösungen entwickelt, zu einem strategischen Leitbild verdichtet und einem breiten Anwenderkreis in der Wirtschaft insgesamt zugänglich gemacht. Referenzmodelle, Handlungsszenarien und die Identifizierung von Erfolgsfaktoren sollen den Unternehmen ermöglichen, die Entwicklung der neuen Wertschöpfungssysteme gemeinsam mit den Beschäftigten erfolgreich zu gestalten.

Das Projekt ist ein Verbundprojekt unter Leitung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF) in Kooperation mit der IG Metall. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und im Rahmen der Förderinitiative „Innovation mit Dienstleistungen“ in enger Zusammenarbeit mit dem Projektträger Karlsruhe (PTKA) durchgeführt.

Das Vorgängerprojekt:

Digit-DL: Dienstleistung neu denken

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