digit-DL Konferenz „Digitalisierung der Gesellschaft – Trends und Herausforderungen für die Dienstleistungen der Zukunft“

Rund 170 hochrangige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sind auf Einladung des ISF München am 5. Dezember 2014 zur Konferenz „Digitalisierung der Gesellschaft – Trends und Herausforderungen für die Dienstleistungen der Zukunft“ in München zusammen gekommen und haben ihre Erfahrungen, Analysen, Forschungsergebnisse und Gestaltungsideen zum Megatrend „Digitalisierung“ zur Diskussion gestellt.

Die Ergebnisse der Veranstaltung, die im Rahmen des BMBF-Projektes „digit-DL – Digitale Dienstleitung in modernen Wertschöpfungssystemen“ stattfand, haben wir mit dieser Online-Dokumentation für Sie zusammengestellt.

Grußwort von Rudolf Leisen,
Referatsleiter Forschung für Produktion, Dienstleistung und Arbeit im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Neugestaltung von Dienstleistung ist eine der wichtigsten Herausforderungen, die unsere Wirtschaft derzeit zu meistern hat. 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet dieser Bereich Jahr für Jahr. Dabei wandeln sich Dienstleistungen insbesondere als Folge der Digitalisierung und einer veränderten Kundenbeziehung gravierend: Sie werden zeit- und ortsunabhängig, skalierbar, wachsen mit der Produktion und den Produkten zusammen und verbinden Prozesse. Gleichzeitig fragen Kunden zunehmend integrierte Lösungen aus einer Hand nach, übernehmen die Rolle von Mitproduzenten und orchestrieren die gewünschten Dienstleistungen immer mehr in Eigenregie. Unternehmen werden vom Produkt- zum Lösungs- anbieter. Dies hat weitreichende Folgen für Beschäftigte und Unternehmen.

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Für einen Paradigmenwechsel zum sozialen Handlungsraum
PD Dr. Andreas Boes, Dr. Tobias Kämpf

Andreas-Boes
Tobias-Kaempf

Die Unternehmen haben erkannt, dass die Digitalisierung eine historische Herausforderung ist. Ob sie aber die richtigen Strategien finden, ist derzeit noch unklar. Andreas Boes und Tobias Kämpf plädieren vor diesem Hintergrund dafür, die Digitalisierung aus ihrer technizistischen Verengung zu befreien und neue Wege in der Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen zu gehen, um damit das Potenzial des Informationsraums als neuer sozialer Handlungsebene auszuschöpfen.

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Digitalisierte Informationen und die Cloud revolutionieren die Wirtschaft
Stephan Amling, Klaus Bock-Müller, Dr. Uwe Gross

Wertschöpfungsketten, Geschäftsmodelle und Arbeitsformen ändern sich. Digitalisierte Informationen einerseits und die Cloud andererseits treiben die digitale Transformation voran. Dabei verschwindet die Trennung zwischen analoger und digitaler Welt immer mehr. Uwe Gross, Stephan Amling und Klaus Bock-Müller skizzieren eine Wirtschaftswelt, die nicht einfacher, sondern immer komplexer wird und in der schnelles Lernen und »Change-Kompetenzen« entscheidende Erfolgsfaktoren sind.

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Agilität für die Softwareentwicklung der Zukunft
Christian Gengenbach, Matthias Grund

Christian-Gengenbach
Matthias-Grund

Das Wasserfallmodell mit seinen langen Entwicklungszyklen, seinen unflexiblen Arbeitsweisen und seiner nachgelagerten Qualitätssicherung hat in der Softwareentwicklung ausgedient, sind sich Christian Gengenbach und Matthias Grund einig. Die IT-Branche setzt heute, auch getrieben von neuen Erwartungen der Kunden, auf agile Methoden mit dem Team als treibender Kraft. Doch der Wandel gelingt nicht von heute auf morgen, sondern braucht eine neue Unternehmenskultur und andere Engineering-Kompetenzen.

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Neue Wege für Personalarbeit und Mitbestimmung
Brigitte Cichy, Hans-Jürgen Kallmeier, Margret Klein-Magar

Die Digitalisierung verändert die Rolle von Kunden, Mitarbeitern und Führungskräften und damit die Arbeitsorganisation. Personalexperten und Betriebsräte stehen vor der Aufgabe, alle Beschäftigten auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten. Dies geht nur, wenn die Belegschaft an Innovationen beteiligt und Führung partizipativ ist, alle Beschäftigten digital kompetent sind und die Mitbestimmung die Veränderungen begleitet, finden Brigitte Cichy, Hans-Jürgen Kallmeier und Margret Klein-Magar.

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Straßenverkehrsordnung für Internetarbeit
Christiane Benner

Die Digitalisierung verunsichert Unternehmen, Gewerkschaften und Beschäftigte gleichermaßen. Christiane Benner sieht dennoch Chancen für eine gute digitale Arbeitswelt, wenn alle sie gemeinsam gestalten und die Politik die Regularien für faire Arbeitsbedingungen im Netz schafft. Die neuen Konzepte sollten sich am Menschen orientieren und den Wirtschaftsstandort Deutschland sichern. Benners Ziele: die Organisation von Mitbestimmung für Internetarbeiter, neue kollaborative Formen der Interessenvertretung und die Stärkung der Ressource Bildung.

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Weckruf für die deutsche Wirtschaft
Thomas Sattelberger

Die Wirtschaft hierzulande steht nicht nur vor der Herausforderung Digitalisierung, sondern droht in zweierlei Hinsicht in die Zwickmühle zu geraten. Thomas Sattelberger sieht Deutschland zum einen als Land der Effizienzinnovation doppelt bedroht: von unten durch das »Maschinenhaus China« und von oben durch das »Digitalhaus USA«. Zum anderen befinde sich Deutschland auf Grund seiner im internationalen Vergleich gering ausgeprägten Gründungskultur und unternehmerischen Mentalität in einer Sandwichposition zwischen den starken Gründernationen und den hochflexiblen Niedrigkostenländern. Neue Arbeitswelten und -kulturen könnten zur Befreiung aus diesem Sandwich beitragen.

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