Dienstleistung neu denken

Mit der Digitalisierung gewinnt die Informatisierung eine neue Wirkmächtigkeit in der Gesellschaft. Die Art und Weise, wie Dienstleistungen in modernen Wertschöpfungssystemen erbracht werden können, verändert sich damit grundlegend. Entscheidend dabei ist: Mit dem Internet ist weit mehr als eine „Datenautobahn“ oder eine gigantische Bibliothek entstanden. Vielmehr entwickelt sich mit seinem Aufstieg ein offener Informationsraum als eine neue gesellschaftliche Handlungsebene.

Dieser neue soziale Handlungsraum wird zum Ausgangspunkt innovativer Produktionskonzepte und Geschäftsmodelle für digitale Dienstleistung. Im Informationsraum entstehen dabei neue Möglichkeiten für Unternehmen sich mit Smart Services im Wettbewerb zu positionieren und die Beziehungen zu Kunden, Partnern, Beschäftigten und Märkten zu gestalten. Nicht zuletzt das Paradigma der Cloud eröffnet hier Spielräume für eine global vernetzte Ökonomie. Moderne Organisationsstrategien verändern so auf der einen Seite die Arbeit und die Prozesse in den Unternehmen selbst, auf der anderen Seite zielen sie ab auf neue Formen der Zusammenarbeit mit den Communities im Netz. Konzepte wie Open Innovation und Crowdsourcing setzen dies in die Praxis um. Gleichzeitig entstehen im Informationsraum interessante Möglichkeiten zur Einbindung der Kunden und zum Austausch von Wissen, zum Beispiel durch den Einsatz von Social Media. Zudem eröffnet Big Data ganz neue Geschäftsfelder, birgt aber auch Gefahren für Kunden und Beschäftigte. Im Zentrum dieser Entwicklung stehen IT-Unternehmen. Sie sind nicht nur „enabler“ der neuen Konzepte, sondern auch Vorreiter bei deren Umsetzung.


Neue Geschäfts- und Produktionsmodelle nachhaltig gestalten

Im Fokus des Projekts stehen moderne Produktions- und Geschäftsmodelle für digitale Dienstleistung. Gemeinsam mit Vorreiter-Unternehmen aus der IT-Branche suchen wir nach innovativen Lösungen, Good Practices und Erfolgsfaktoren für die Nutzung der neuen Potenziale des Informationsraums. Gefragt sind hier nachhaltige und zukunftsfähige Ansätze, um die Chancen der Digitalisierung als „soziale Innovation“ für die Gesellschaft zu nutzen.

Als anwendungsorientiertes Forschungsprojekt setzen wir auf eine ganzheitliche Perspektive. Dabei nehmen wir die neuen Produktions- und Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den Blick: von der Konzeptionierung des Produkt- und Service-Portfolios über die zugrunde liegenden Prozesse bis hin zur Zusammenarbeit mit dem Kunden. Erst in ihrem Zusammenspiel und in der Verknüpfung der Dimensionen Produkt und Lösung, Dienstleistungs-Prozesse und Kunde entfalten sie ihre Wirkung.


Netzwerk & Transfer – Good Practices für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar machen

Ausgehend von den Erfahrungen dieser Vorreiter-Branche wollen wir die ermittelten Erfolgsfaktoren für einen breiten Anwenderkreis in der Wirtschaft insgesamt nutzbar machen. Praxisorientierte Materialien sowie ein prominentes Netzwerk von Unternehmens- und Transferpartnern bilden deshalb die Basis für einen ausstrahlungskräftigen Transfer der Ergebnisse und einen lebendigen Erfahrungsaustausch. In Konferenzen werden dazu Zwischenergebnisse regelmäßig einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Unser hochrangig besetzter Expertenkreis Unternehmen der Zukunft soll zudem projektbegleitend einen Raum schaffen für eine offene Diskussion über zentrale Zukunftsfragen sowie über die Chancen und Herausforderungen einer digitalen Wirtschaft.

Das Projekt ist ein Verbundprojekt unter Leitung des ISF München und in Zusammenarbeit mit der IG Metall. Es wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und im Rahmen der Förderinitiative „Innovation mit Dienstleistungen“ in enger Zusammenarbeit mit dem Projektträger Karlsruhe (PTKA) durchgeführt.

Das neue Projekt:

„Internet of Things“ – Der disruptive Wandel von Dienstleistung und Industrie

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